10 Tage, 4300km oder: einmal Frankreich und zurück!

Heute morgen 6 Uhr, nach insgesamt 4300km Fahrt, endete dann leider mein Frankreich Trainingslager.

Gestartet waren wir am 24.02. gegen 17 Uhr. Das Ziel: Pau in Südfrankreich.
Gegen Mittag des Folgetages kamen wir dann auch an. Das Wetter: sonnig bis bewölkt, auf jeden Fall angenehm. Nachdem wir dann nach einer schier endlosen Rundfahrt durch die Stadt, einem Missverständnis unseres Bundestrainers mit einem dunkelhäutigen, französischen Kanuten und so einigen Aggressionen endlich den Kanal gefunden hatten, ging’s auch gleich aufs Wasser.

Der Kurs ist sehr, sehr schön und auch anspruchsvoll zu fahren – so die einhellige Meinung der meisten Teilnehmer.
Nach dem „Einschießen“ machten wir uns auf den Weg zu unseren Unterkünften; diversen Holzhütten in einem einige Kilometer entfernten Camp.
Landschaftlich sehr schön an einem See gelegen, ließ der Komfort in den Hütten aber doch leider etwas zu wünschen übrig. So war das überraschend vorhandene Internet zwar sehr erfreulich – in der Panele klebende Haare, Wände so hellhörig wie Papier, beim Kochen fast herunterfliegende Abzugshauben und teilweise äußerst schmale Betten hielten die Freude dann aber in Grenzen. Egal, wir sind ja nicht aus Zucker, und überlebt haben wir’s auch!

Der tägliche Ablauf war die meisten Tage relativ ähnlich: Früh theoretisch laufen (theoretisch deshalb, weil es zwar vorrausgesetzt wurde, einige dazu aber scheinbar ihre eigene Meinung hatten. Ich war ungefähr in der Mitte anzusiedeln, was heißen soll, dass ich nicht jeden Tag laufen war, aber doch einige Male.), dann Frühstück (in unserer Hütte setzten sich die altbewährten Cornflakes klar gegen den Heimvorteil des Baguettes durch), Fahrt zur Strecke, erste Einheit Paddeln, Rückfahrt, Mittag, gammeln bzw. theoretisch wieder Atheltik, Fahrt zur Strecke, Paddeln, Rückfahrt, Abendessen – Zocken.

Zur näheren Erläuterung:

Die meisten Trainingseinheiten fanden natürlich auf dem Kanal in Pau, wegen welchem wir in erster Linie da waren, statt. Da diese aber sehr teuer (180€/h), und auch nicht jeden Tag genügend Zeiten frei waren, absolvierten wir auch ein paar Einheiten auf der Stadtstrecke in Pau, sowie auf der Strecke im nahen Saint Pe.

Gekocht wurde jeden Tag; abends in der Regel, mittags nur manchmal – je nach Zeit und Lust. Irgendwie nahm ich nach den ersten Tagen eine der führenden Positionen in der „Küche“ ein, und wurde ab da liebevoll „Smutje“ genannt.

Gezockt wurde fast jeden Abend. Dabei spielte es keine Rolle ob nur zu zweit oder (zu Bestzeiten) zu viert – gelacht wurde viel, und Schluss gemacht meist erst nach 12.

Herausragende Dinge, die noch erwähnenswert sind für dieses Trainingslager:
Am 02.03. unternahmen wir einen Ausflug nach Biarritz an den Atlantik. Abgesehen davon, dass ich somit zum ersten Mal einen richtigen Ozean und neben der Ostsee auch mein erst zweites Meer sehen durfte, stellt dies meinen bisher westlichsten (und Pau meinen südlichsten) Vorstoß überhaupt dar!

Interessant war und für allgemeine Erheiterung sorgte auch das „Zigeunerlager“ an dem wir auf dem Weg zur Strecke immer vorbei mussten. Der Anblick von riesigen Straßenkreutzern, neuen weißen BMW X6, Waschmaschinen, Hühnern in Käfigen und Hunden, angepflöckt in umgekippten Mülltonnen – und das alles direkt nebeneinander am Straßenrand, hatte durchaus etwas Befremdliches.

Das Wetter hatte scheinbar ein Problem mit uns: wie bereits erwähnt, am An- und Abreise Tag waren strahlender Sonnenschein, und man konnte bequem im T-Shirt herum laufen. Dazwischen allerdings war eher Wetter, wie ich es mir für Großbritannien vorstelle: nass, regnerisch und grau. Schade, aber leider nicht zu ändern.

Fazit: Ein sehr schönes Trainingslager, was den Zweck des wieder-ans-Wildwasser-gewöhnens eindeutig erfüllt hat, und ein bisschen Französisch hab ich zudem auch noch gelernt!
Also dann, bonne nuit! 🙂

Ps.: Bilder folgen bald, und können dann in der Galerie bewundert werden!
Und da sind sie auch schon online, zum anschauen klickt hier!