Erste WM Einzelmedaille, juhuu

  Einzel Team
C1

1.
Lefevre
106,82 (+0)

1.
Martikan, Benus
125,10 (+6)

2.
Savsek
108,62 (+0)

2.
Jane, Gebas, Masek
126,09 (+4)

3.
Anton
110,30 (+0)

3.
Savsek, Bozic, Bercic
127,84 (+6)

6.
Benzien, Anton, Breuer
129,46 (+4)
C2

1.
Bozic/ Taljat
118,43 (+0)

1.
Labarelle/ Peschier,
Klauss/ Peche,
Picco/ Biso
140,96 (+2)

2.
Picco/ Biso
119,60 (+2)

2.
Hochschorner/ Hochschorner,
Skantar/ Skantar,
Kucera/ Batik
143,13 (+6)

3.
Skantar/ Skantar
122,78 (+0)

3.
Koplik/ Vrzan,
Karlovsky/ Jane
Kaspar/ Sindler
152,51 (+10)

10.
Anton/ Benzien
168,06 (+52)

4.
Behling/ Becker,
Müller/ Müller,
Anton/ Benzien

154,86 (+10)

Die Weltmeisterschaften liegen mittlerweile genau eine Woche zurück. Die darauf folgenden vier Tage habe ich gemeinsam mit meinen Eltern in Washington DC verbracht, doch nun bin ich seit 2 Tagen auch schon wieder in Deutschland. Ich freue mich sehr über die Medaille im C1 aber gleichzeitig will mir nicht aus dem Kopf gehen, dass es ja noch eine Medaille mehr hätte sein können. Dem ist aber leider nicht so und diesen Fehler, der mir da an Tor 19 unterlaufen ist, werde ich auch nie wieder machen. In den nächsten Wochen werde ich erst einmal nicht so schnell wieder ein Boot anfassen, höchstens mit der Ausnahme von meinem neuen C1, um diesen auszubauen. Denn jetzt heißt es erst eimal etwas abschalten und die Füße hochlegen. Doch wer zunächst genau erfahren möchte, wie es mir an den beiden Finaltagen Samstag und Sonntag erging, dem habe ich hier eine kleine Zusammenfassung geschrieben.

Also die Nacht war nicht gerade angenehm und ich war sehr aufgeregt. Ich habe mir dann aber vor dem Semifinale gesagt, dass man bei der Strecke nur sauber fahren und die Linie treffen muss, so wie es auf den kleinen gelben Schildern auf dem Weg zur Strecke auch steht: „stay on trail“, zu Deutsch „bleib auf der Spur“. Der Start verlief gut, nur bei Tor 9 stand ich ganz schön auf der Kippe und ich konnte es gerade so retten. Ab dann war klar, dass wenn ich jetzt noch ins Finale wollte, ich mir keine Berührungen oder Abweichungen von der Ideallinie mehr erlaubten durfte. Das hat zum Glück geklappt und ich war heilfroh, als sah, dass es reichte.

Dann beim Aufwärmen für das Finale hatte ich bereits ein gutes Gefühl, dass es heute endlich klappen würde. Für meine Fahrt wählte ich dieses Mal daher ein bisschen mehr Risiko, was aber immer noch sehr sicher war – vorallem für ein Finale. Denn ich wusste, dass es bei dieser Strecke ausreichen würde, alles gut und sauber zu treffen.
Im Mittelteil der Strecke unterlief mit dann ein Fahrfehler, weswegen ich ungeplant rückwärts drehen und einen kleinen Zeitverlust hinnehmen musste. Dennoch fuhr ich unbeirrt weiter und schaffte es letztlich den Lauf sauber herunter zu bringen. Als ich dann im Ziel in Richtung Anzeigetafel sah, wäre es mir vermutlich egal gewesen, welche Zeit dort gestanden hätte – ich hätte mich so oder so gefreut, weil es einfach ein sehr schöner Lauf war. Denn trotz meines Fahrfehlers hatte ich es dieses Mal geschafft das Finale ruhig, sicher und vor allem ohne Strafpunkte zu Ende zu fahren

Im Ziel habe ich so mit Platz 4-5 gerechnet. Doch dann kamen die anderen und waren langsamer! Am Ende kam dann nur noch Fabian Lefevre, ehemaliges französisches und nun amerikanisches Nationalmannschaftsmitglied und fuhr einen wahnsinnig guten Lauf – und das obwohl er nicht den traditionellen Canadier Stil fährt (Er wechselt nämlich gelegentlich die Paddelseite, anstatt immer in den Übergriff zu gehen). Zu Jans Pech war dieser Lauf so schnell, dass er eine neue Bestzeit markierte, die mich auf Bronze und Jan auf den undankbaren 4.Rang schob.

Es wäre sehr schön gewesen, wenn wir einen Doppelerfolg hätten feiern können und ich war auch der festen Überzeugung, dass es so werden würde. Aber Lefevre war tatsächlich der Beste! Allerdings blieb uns ja noch die Chance im C2 gemeinsam aufs Treppchen zu fahren! Mit einem sehr soliden Lauf erreichten wir als Sieger des Semifinales die Runde der letzten Zehn. Um dort noch einmal etwas Zeit herausholen zu können, hatten wir uns im Vorfeld bereits große Gedanken über die schwierigste Stelle der Strecke gemacht. Dort, so waren wir uns sicher, könnte man sich mit einer schnellen Fahrweise selbst zum Weltmeister krönen oder aber alles verlieren.
Wir entschieden uns für die sehr riskante direkte Fahrweise, an der sich im gesamten Wettkampfes lediglich drei Boote vor uns versucht hatten. Der Lauf begann und wir waren schnell unterwegs. Alles lief nach Plan und ein Vorsprung von 3,6 Sekunden stand zur Zwischenzeit auf der Uhr – bis wir zu besagter Stelle kamen. Im Nachhinein kann ich sagen, dass wir die Passage einigermaßen so getroffen haben, wie wir wollten. Allerdings bekam ich etwas Panik, dass es Jan nicht mehr durchs Tor schaffen würde, weshalb ich der Stange, ähnlich einem Kopfball, einen Stoß mit dem Helm verpasste. Die Torrichter an dieser Stelle entschieden darauf, dass ich damit das Tor geöffnet und uns einen Vorteil verschafft hätte, was mit 50 Strafsekunden geahndet werden muss und uns den 10. und letzten Platz im Finale einbrachte.
Wenn man so gut unterwegs ist, alles gepasst hat und dann so etwas passiert, ist das schon sehr bitter. Dass uns diese kleine reflexartige Bewegung aber auch noch eine WM Medaille gekostet hat, macht die Sache gleich doppelt so ärgerlich.

Insgesamt freue ich mich aber natürlich trotzdem. Es waren meine erstes WM Finals und dann auch noch gleich die erste WM Medaille und damit mein bislang größter Einzelerfolg. Außerdem möchte ich mich noch für die tolle Unterstützung bedanken, insbesondere bei meinen Eltern, die live vor Ort waren und bei Rebekka, die mir vor der Abreise einen Glücksbringer zugesteckt hatte!