Trainingslager Australien

Zum mittlerweile 5. Mal in Folge hat sich die Nationalmannschaft in Penrith, einer kleinen vor Sydney an den Blue Mountains gelegenen Stadt, auf die kommende Saison vorbereitet und auch ich war wieder mit dabei.

Wobei, die erste Woche war ich nicht wirklich dabei. Ich stieg mit einer leichten Erkältung in den Flieger und nach dem 22 Stunden Flug hätte ich besser eine Pause machen sollen, um die Erkältung auszukurieren. „Aber wer fliegt schon nach Australien wo es 30 C° im Schatten hat, nur um dann die ersten Trainingseinheiten ausfallen zu lassen?“ So oder so ähnlich muss ich es mir selbst eingeredet haben, denn anders kann ich mir nicht mehr erklären, warum ich unbedingt noch zwei Einheiten trainiert habe.

Danach konnte ich erstmal 5 Tage nicht mehr trainieren. Bei den Australian Open ging ich aber trotzdem an den Start, nur um einen Lauf im C1 zu fahren und mich dann in der Pause direkt wieder ins Bett zu legen und den Start im C2 abzusagen. Die Erkältung war natürlich doch noch nicht ganz verschwunden.

Ein paar Tage später konnte ich dann wieder richtig mit den anderen ins Training einsteigen, fühlte mich aber noch immer nicht so richtig wohl auf dem Wasser, was dieses Mal an meinem Boot und seinen Einbauten lag. Ich hatte immer noch nicht die richtige Passform für meine Hüftstützen gefunden, obwohl ich das Boot schon seit Dezember benutze. Ich bastelte so nun jede Einheit an ihnen herum. 2-3 Einheiten später hatte ich genug vom Basteln und habe einfach fast alles weggeschnitten und gesagt, dass wenn es gar nicht gehen würde, ich mir eben noch einmal neue bauen müsse. Aber siehe da – es war perfekt. Ich hatte nun einen sehr guten Halt und konnte mich trotzdem noch sehr gut im Boot bewegen. Im gleichen Atemzug hatte Jan auch die Zeit genutzt und an seinen Einbauten im C2 ein paar Veränderungen vorgenommen.

Das Training verlief dann recht unspektakulär. Es gab Technik-Einheiten, Grundlagen- und Sprint-Training. Etwas Kraft- und Lauf-Training haben wir auch geschafft.

Sydney’s Stadtzentrum und seine Strände haben wir uns auch wieder anschauen können und dann war das Trainingslager auch fast schon wieder rum.

Am letzten Wochenende standen nur noch die Ozeanien Open an. Ich hatte einen sehr guten Einstieg in den Wettkampf und konnte in beiden Läufen im C1 eine sehr gute Bestzeit setzen. Im C2 schafften wir es im zweiten Lauf auch die schnellste Zeit zu fahren.

Im Semifinale hatte ich dann kein so gutes Gefühl und nachdem ich gleich eines der ersten Tore berührte und viel Mühe und Kraft aufbringen musste, um überhaupt die Tore zu treffen, war es dann nach den nächsten 3 Berührungen vorbei und mit insgesamt 8 Strafpunkten und einer schlechten Fahrzeit gab es keine Chance in das Finale einzuziehen.

Im C2 war das komplette Gegenteil der Fall: Es lief wie von allein, keine Strafpunkte, eine sehr gute Linie noch dazu und sowohl im Semi- als auch im Finale die absolute Bestezeit mit circa 2,7 Sekunden Vorsprung vor unseren Deutschen Kollegen Kai & Kevin Müller.

Zurück in Deutschland bleiben jetzt nur noch 5 Wochen Training bis zu den Qualifikationswettkämpfen. Diese werden wir abwechselnd in Augsburg auf dem Eiskanal und im Kanupark Markkleeberg verbringen, um dann am 17. April herauszufinden, wer Deutschland bei den Kanuwettkämpfen der Olympischen Spiele in Rio vertreten darf….!